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KTV wehrt sich gegen Nazi-Laden
Im Juni öffnete in der Doberaner Straße ein Klamottenladen. Betreiber ist eine Figur der rechten Szene. Die Proteste reißen nicht ab.
29.12.2007
Kröpeliner-Tor-Vorstadt. "Schöner leben ohne Naziläden" heißt ein breites Bündnis von ganz unterschiedlichen Organisationen, Vereinen und Verbänden. Der Zusammenschluss ist jedoch kein Selbstzweck, sondern Reaktion auf ein Geschäft, welches Mitte Juni 2007 in der Doberaner Straße eröffnete: das "East Coast Corner".
Ladeninhaber Torben Klebe und sein Geschäftsführer Thorsten de Vries sind bekannte Figuren der rechten Szene. Verkauft werden Klamotten, die bevorzugt von jungen Neonazis getragen werden. Eine Provokation für die KTV, für ganz Rostock und die Proteste gegen die Rechtsextremen ließen nicht lange auf sich warten. Schon nach der Eröffnung am 22. Juni kam es zu ersten Auseinandersetzungen. In der Nacht zum 24. Juni gab es in der Doberaner Straße eine regelrechte Straßenschlacht von Gegnern des Nazi-Ladens mit der Polizei. Rostock protestierte dann wochenlang mit allerlei bunten Aktionen friedlich gegen die Präsenz der Rechten in der KTV. So zogen am 22. September nahezu 2000 Menschen durch die Innenstadt und machten deutlich, dass sie diesen Laden nicht haben wollen.
Die Betreiber des "East Coast Corner" ließen sich genauso wenig beeindrucken wie der Hamburger Besitzer des Hauses in der Doberaner Straße. Von Bemühungen, den Mietvertrag zu kündigen, ist nach wie vor nichts zu bemerken. Die NPD nutzte derweil die Auseinandersetzung für ihre Propaganda, die Landtagsfraktion eröffnete im Haus sogar ein Wahlkreisbüro. Den Aufrufen der NPD, Anfang Juli in Rostock zu demonstrieren folgten allerdings nur wenige ihrer Anhänger. Die Polizeipräsenz in der KTV erinnerte in an zwei Wochenenden jedoch an den kurz zuvor zu Ende gegangenen G8-Gipfel.
In den letzten Wochen ist es vordergründig ruhig geworden um den Laden. Sicher dürfte aber sein, dass dieses Thema Rostock so lange beschäftigen wird, bis das Bündnis "Schöner leben ohne Naziläden" nicht mehr gebraucht wird.
THOMAS NIEBUHR
Ostseezeitung-Rostock
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