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Brandanschlag auf rechten Szeneladen

Polizei tappt noch im Dunkeln

28.11.2007

Wismar. Gestern liefen die Untersuchungen zum Brandanschlag auf das Haus Spiegelberg 21 weiter. "Es gibt nichts Neues. Der Fall bleibt in Ermittlung des Staatsschutzes", sagte Klaus Wiechmann, Pressesprecher der Polizeidirektion Schwerin, gestern auf Anfrage der OZ. Am Sonntag gegen 23.45 Uhr hatte ein Unbekannter einen sogenannten Molotowcoctail gegen die Hausfassade geworfen (OZ berichtete). Polizei und Feuerwehr seien sehr schnell vor Ort gewesen. Das Feuer verursachte geringen Schaden. Nach Zeugenangaben soll ein großer, sehr schlanker Mann, zwischen 20 und 25 Jahre alt, vom Tatort geflüchtet sein.

Aus welcher politischen Richtung der Anschlag kam, könne die Polizei zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen. Wiechmann: "Wir ermitteln in allen Richtungen, sowohl außerhalb der rechten Szene als auch szeneintern." Im Referat Extremismus des Verfassungsschutzes im Schweriner Innenministerium sei bekannt, dass es Machtkämpfe innerhalb der rechten Szene in Wismar gegeben haben soll.

Was nach dem Brand von dem Molotowcocktail übrig geblieben ist, sei gestern zur Spurensicherung ans Landeskriminalamt geschickt worden, sagte Wiechmann.

Die Fenster des Hauses Spiegelberg 21 sind verrammelt. Darin befindet sich der "Werwolfshop", der wegen seiner Vermarktung von Artikeln aus der rechten Szene und einschlägiger Kleidung zu einem überregionalen Anlaufpunkt für Neonazis geworden ist. Immer wieder weisen entsetzte Passanten auf ein T-Shirt im Schaufenster hin mit dem Aufdruck "Wer Wind sät, wird Sturm ernten".

Horst Krumpen vom Netzwerk für Demokratie, Toleranz und Menschlichkeit Wismar-NWM lehnt diese Art und Weise von Übergriffen ab. "Gewalt gegen Sachen oder Personen ist keine Lösung. Wir suchen den Weg der politischen Auseinandersetzung", sagte er gestern auf Anfrage der OZ. In der "Frankfurter Rundschau" sprach Krumpen gestern in Bezug auf die Geschehnisse von Sonntagnacht in Wismar von "Auswüchsen", die aber "nicht das Problem" seien. "Das Problem ist der Alltag." Krumpen meint das, was nicht einmal mehr in die Zeitungen gelangt oder wenn doch, dann untergeht. Er spricht von 60 bis 200 gewaltbereiten Neonazis in Wismar, wo es einen rechten Tattooladen, einen rechten Internetversand und das rechte Jugendwohnprojekt "Wolfshöhle 2" gebe.K. MUSILINSKI

Ostseezeitung-Wismar

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