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Thurow: Vorwürfe nicht richtig
14.11.2007
Bargischow (as/aw). Der Bargischower Bürgermeister Karl-Heinz Thurow will so schnell wie möglich eine Sondersitzung der Gemeindevertretung einberufen sowie rechtliche Schritte gegen die Ostseezeitung (OZ) prüfen. Das sagte er gestern auf Nachfrage der Anklamer Zeitung. Anlass dafür ist die Berichterstattung über die jüngste Gemeindevertretersitzung. Gestern hatte die OZ unter anderem berichtet, dass Thurow wörtlich über örtliche Neonazis gesagt haben soll: "Wir haben den Klub offiziell an die Jugendlichen übergeben. Jetzt sind wir ihn wenigstens los." Diese Aussage sorgte gestern landesweit für Aufregung, selbst in Radionachrichten wurde berichtet, dass der Bargischower Bürgermeister nun seinen Jugendklub an Neonazis übergeben habe.
Dagegen wehrt sich Thurow, das Zitat in der OZ sei nicht korrekt. Denn die Übergabe an die Jugendlichen fand vor zwölf Jahren statt, wie Thurow noch während der Sitzung auf direkte Nachfrage einer Nordkurier-Redakteurin sagte. Erst danach seien die Jugendlichen nach rechts abgedriftet. Nun ringt die Gemeinde seit einigen Monaten um eine neue Satzung beziehungsweise eine Hausordnung, wie die Rechtsradikalen von der Nutzung der Gemeinderäume fernzuhalten seien (wir berichteten).
Landrätin Barbara Syrbe (Die Linke) bestellte gestern Bürgermeister Thurow wegen des OZ-Artikels ein, für Innenminister Lorenz Caffier (CDU) soll er eine Stellungnahme formulieren. Christian Sell von der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) in Anklam, der auch bei der besagten Sitzung dabei war, wollte sich gestern gegenüber dem Nordkurier zu dem in der OZ wiedergegeben Zitat nicht äußern Er kommentiere die Berichterstattung der OZ nicht, sagte er. Aber er finde es gut, dass in der Gemeinde zurzeit etwas unternommen wird.
Dass Bargischow ein Problem mit Rechtsradikalismus hat, ist bekannt, und das beileibe nicht nur unter Jugendlichen. Anders sind die bei der Landtagswahl 2006 von den NPD erreichten 31,6 Prozent nicht zu erklären. Landrätin Barbara Syrbe (Die Linke) sagte gestern gegenüber dem Nordkurier, dass sie der Gemeinde jede Unterstützung anbiete, die der Kreis imstande sei zu leisten. Unter anderem will sie sich dafür einsetzen, dass der Jugendklub in Bargischow professionell betreut wird.
Nordkurier
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