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FDP-Politiker provoziert mit "Thor Steinar"
02.10.2007
Greifswald/Schwerin (dpa) Der Greifswalder FDP-Landtagsabgeordnete Sebastian Ratjen gerät wegen seiner Äußerung zu der bei Rechtsextremisten gefragten Modemarke "Thor Steinar" unter Druck. Die Landes-SPD und der Landesverband der Grünen forderten eine Distanzierung der FDP von Ratjen. Greifswalds Oberbürgermeister Arthur König (CDU) warf Ratjen vor, mit seinen Äußerungen das rechte Netzwerk zu stärken.
Ratjen hatte nach einem Streit um den Verkauf von "Thor Steinar"-Bekleidung in Greifswald einen anderen Umgang mit dieser Modemarke gefordert. "Wie wäre es, wenn plötzlich Farbige, Ausländer, Schwule, Lesben und viele andere Thor Steinar trügen? Statt zurückzuschrecken, wenn die Neonazis anfangen, historische Symbole zu missbrauchen, müssen wir sie ihnen entreißen", hatte Ratjen erklärt.
Zudem warf er der Präventionsbeauftragten der Stadt vor, mit ihrem Auftreten gegen den Verkauf der Kleidung einen "Terror der Überkorrektheit" auszuüben. Der SPD- Landesvizechef Mathias Brodkorb sagte, "Thor Steinar" werde von Rechtsextremisten ausdrücklich als Modemarke verwendet. Dass Ratjen als Landtagsabgeordneter jetzt selbst auch noch eine solche Jacke kaufen wolle, sei für alle Demokraten eine Provokation. Der Grünen-Landesverband forderte die FDP auf, sich deutlich von Ratjens Kaufaufruf zu distanzieren und gegebenenfalls Konsequenzen zu ziehen.
Ostseezeitung
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