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Breiter Protest gegen Rechts

24.09.2007

von jung

ROSTOCK - Die Rostocker Bevölkerung setzte am Sonnabendnachmittag erneut ein Zeichen gegen Rechtsextremismus. Vom Friedhofsweg marschierte ein Demonstrationszug quer durch die Kröpeliner-Tor-Vorstadt bis zum Stadhafen. Das Bündnis "Schöner leben ohne Naziläden" hatte hierzu aufgerufen.

Die Teilnehmer forderten die Schließung des rechten Szene-Geschäfts "East Coast Corner (ECC)" in der Doberaner Straße 48, wo kürzlich auch ein NPD-Bürgerbüro eröffnet hatte. Die Demo führte auch am Laden vorbei, der am Sonnabend jedoch geschlossen hatte und mit Spanplatten verbarrikadiert war. Darüber hinaus bewachten etwa 30 Ordnungshüter samt einer Wagenburg aus Polizeiautos das Geschäft.

Nach Angaben der Veranstalter nahmen insgesamt 1800 Menschen an der Aktion teil. Die Polizei, die den Aufzug mit 350 Beamten begleitete, zählte 800 Demonstranten.

Mit einigen Bundestags- und Landtagsabgeordneten sowie zahlreichen Bürgerschaftsmitgliedern war die Aktion diesmal besonders prominent besetzt. Auch Oberbürgermeister Roland Methling ging an der Spitze des Zuges. "120 Nationen sind hier zuhause. Wir tragen Verantwortung, dass die Stadt ein Platz für ausländische Einwohner bleibt", sagte das Stadtoberhaupt auf der Abschlusskundgebung am Matrosendenkmal. "Jeder muss sich gegen diesen Laden einsetzen."

Die Stadt werde das Bündnis finanziell unterstützen, dies sei eine Pflichtaufgabe. Auch wolle die Kommune alles tun, um das weitere Ausbreiten von Rechtsextremismus zu verhindern. Bündnismitglied Viviana Uriona kritisierte, dass Methling nicht früher an den Aktionen teilgenommen hatte.

Neu zum Protest hinzugestoßen ist das erst vor drei Wochen gegründete Linke antifaschistische Jugendbündnis (LAB), das laut Sprecher Jan Philipp Keiper bereits aus 70 Mitgliedern verschiedener Rostocker Schulen besteht.

Die Demonstration verlief ausschließlich friedlich und ging am Abend mit einem Straßenfest am Stadthafen zuende. Das Bündnis plant für November neue Aktionen gegen Rechts.

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