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"Keinen Bock auf Nazi-Sachen"

Der Druck auf den "Fashionstore" in der Greifswalder Dompassage wächst: Politiker fordern die Inhaberin auf, Nazi- Klamotten nicht mehr zu verkaufen.

19.09.2007

Greifswald. Die Schaufensterpuppen im MCS-Fashionshore in der Dompassage trugen gestern immer noch "Thor Steinar". Die T-Shirts mit den Schriftzügen der Firma auf der Brust hat ihnen Laden-Inhaberin Mandy Constanze Schöndorf zwar inzwischen ausgezogen. Jeans des Labels, das als Modemarke Nummer eins unter Rechtsextremen gilt, sind aber immer noch in der Auslage zu sehen.

Die Frage ist, wie lange noch? Denn der Druck auf die Gewerbetreibende wächst. Ralf Müller, neuer Center-Manager der Dompassage, die das Ladenlokal an Schöndorf vermietet, bestätigte, dass er heute ein Gespräch zu dem Thema führen wird. Mit der Koordinatorin des Greifswalder Präventionsrates, Dr. Christine Dembski. Über konkrete Inhalte, Empfehlungen oder mögliche Konsequenzen wollten beide Seiten noch nichts sagen. Christine Dembski machte aus ihrer persönlichen Einstellung allerdings kein Geheimnis: "Wir haben als Greifswalder keinen Bock darauf, dass in unserer Stadt Kleidung für Rechtsradikale verkauft wird." Man besitze zwar juristisch keine Handhabe, da die Thor-Steinar-Sachen nicht verboten seien. "Wir sollten aber alle rechtsstaatlichen Mittel ausreizen, um den Verkauf zu verhindern", schätzte die Präventionsrats-Koordinatorin ein.

Die Linkspartei fordert die Laden-Inhaberin klar auf, die Thor-Steinar-Sachen aus ihrem Sortiment zu verbannen: "Wenn sie sich trotz des eindeutigen Images der Marke weiter entschließt, sie zu verkaufen, muss man das als politisches Bekenntnis sehen", sagte Fraktionsgeschäftsführer Marian Kummerow. "Wir haben Respekt vor jedem Gewerbetreibenden. Aber wir wollen keinen Nazi-Ruf in unserer Stadt. Im Notfall muss man eben mit seinem Kaufverhalten ein Zeichen setzen", meinte der Politiker.

Mandy Constanze Schöndorf hatte sich gegenüber OZ verwahrt, rechtsextrem zu sein. Die Thor-Steinar-Kleidung verkaufe sie wegen der Qualität und des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses der Sachen. Ansonsten führt sie normale "In-Klamotten".

Christine Dembski warnte auch davor, den MCS-Fashionstore zu einem Nazi-Szeneladen zu erklären, ähnlich denen, die es in Rostock oder Anklam gebe: "Das ist nicht der Fall, wie mir Experten von der Mobilen Aufklärungsgruppe Extremismus in Schwerin bestätigt haben." Die Geschäftsfrau wolle mit dem Verkauf nur wirtschaftlich Profit machen. Damit unterstütze sie jedoch die Strategie der Rechtsextremen, ihre Akzeptanz unter Jugendlichen zu erhöhen, sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Pierre Freyber.

ALEXANDER LOEW

Ostseezeitung-Greifswald

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