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Kreis sagt Anklam Hilfe zu
21.08.2007
Von Andreas Segeth
Ostvorpommern. Die Fraktionsvorsitzenden der im Anklamer Stadtparlament vertretenen Parteien werden sich nicht erst am Donnerstag, sondern bereits heute Abend gemeinsam mit Bürgermeister Michael Galander (parteilos) treffen, um sich mit der Tatsache auseinanderzusetzen, dass zwei bekannte Neonazis die ehemalige Konsumkaufhalle in der Pasewalker Straße erworben haben (wir berichteten). Das sagte gestern Nachmittag Bürgervorsteher Karl-Dieter Lehrkamp (CDU) auf Nachfrage. Mit dem vorgezogenen Termin reagierte er auf einen Vorschlag der Linkspartei-Fraktionschefin Monika Zeretzke. Bei dem Treffen werde auch ein Vertreter des neuen Anklamer Regionalzentrums für demokratische Kultur anwesend sein.
Unterdessen stellte sich gestern Ostvorpommerns Vize-Landrat Armin Schönfelder (CDU) hinter Bürgermeister Michael Galander. Man werde ihn in seinen Bemühungen unterstützen, ein Schulungszentrum der Rechten, wie es von Experten vorausgesagt wird, zu verhindern. Dazu könne man durchaus auch verschiedene verwaltungsrechtliche Instrumente ausschöpfen. Galander hatte gegenüber dem NDR-Fernsehen geäußert, beispielsweise eine von den neuen Eigentümern angestrebte Nutzungsänderung des jetzigen Möbelkaufhauses zu verhindern. Allerdings dürfe bei allen Bemühungen das geltende Planungsrecht nicht gebeugt werden, betonte Schönfelder. "Ich habe jedoch keinen Zweifel, dass es uns gelingt, dort einen neuen Anlaufpunkt für die Rechten zu verhindern", sagte er.
Der Vize-Landrat informierte in diesem Zusammenhang darüber, dass man derzeit intensiv daran arbeite, ein Bildungsprojekt zur Stärkung der demokratischen Kultur im Landkreis umzusetzen. Ostvorpommern hatte dafür vor einigen Wochen den Zuschlag der Bundeszentrale für politische Bildung erhalten (wir berichteten).
Gemeinsam mit Vertretern der Bundeszentrale sowie ihres Pendants auf Landesebene, des Sozialministeriums, sowie Michael Galander habe er jetzt das weitere Vorgehen besprochen. Man wolle gemeinsam mit Kommunen, den drei Präventionsräten im Kreis, dem Kreissportbund, der Kreisfeuerwehr und freien Trägern einen Verein gründen, der die Gelder verwalten und auch bis zu drei Fachleute beschäftigen wird. Die Bundeszentrale werde am 16. November die Förderung übergeben. Nach einer Analyse der Situation vor Ort sollen dann die Maßnahmen entwickelt werden.
Nordkurier-Anklam
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