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30.12.2004
Stadt Malchin muss erneut um einen Status bangen - Politik: Kampf um Mittelzentrum fast aussichtslos - Asylbewerberprotest stößt auf Unverständnis - Orientalischer Traum geplatzt

Malchin/Jürgenstorf/Remplin. Neues Unheil bricht in diesem Jahr über die Stadt Malchin herein. Zehn Jahre nach dem Verlust des Kreissitzes soll nun der Status Mittelzentrum verloren gehen, Proteste und Appelle an die Landesregierung nützen nichts. Schwerin will als einziges Kriterium die Einwohnerzahl akzeptieren und die ist in Malchin unter 10 000 gerutscht. Auch der Aufruf von Bürgermeister Jörg Lange (FDP) an die umliegenden Gemeinden, gemeinsam für das Mittelzentrum zu kämpfen, wird nicht gehört. Im Gegenteil. Gemeinden und Stadt sind in der Frage Mittelzentrum völlig zerstritten. Höhepunkt des Gezänks: Jörg Lange bekommt in der Gemeindevertretung Basedow nicht einmal Rederecht.

Einen schlechten Dienst erweisen sich die Asylbewerber in Jürgenstorf am 7. Juli mit einer einstündigen Blockade der B 194. Bei dem Versuch, den Landkreis Demmin zu zwingen, die monatliche Zuwendung nicht zweimal, sondern nur einmal auszuzahlen, stoßen die Ausländer auf Unverständnis nicht nur in Jürgenstorf. Mit einem Polizeieinsatz muss die Blockade aufgelöst werden. Der Togolese Kalenga Tamlakiwhe wird als einer der Rädelsführer benannt und in ein anderes Asylbewerberheim verlegt.

Aus der Traum in Remplin: Im März spricht Bürgermeister Birger Taeger (CDU) das aus, was viele von Anfang an ahnten. Die Pläne für ein arabisches Kulturzentrum auf Mecklenburger Boden sind geplatzt. Für 25 Millionen Euro wollten reiche Ölscheichs Kulturhäuser, Kureinrichtungen und sogar eine Moschee in Remplin errichten. Was wirklich dran war an dieser Vision, bleibt im Verborgenen. "Das Ganze hat sich erledigt. In der jetzigen politischen Lage macht das ganze Vorhaben einfach keinen Sinn mehr", begräbt Taeger die orientalischen Träume.

Nordkurier-Teterow

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