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28.12.2004
Weniger Asylbewerber als in den Vorjahren - Die meisten Flüchtlinge in MV leben in Kreisen Demmin und Ludwigslust

Hagenow - Im Kreis Ludwigslust lebten zum Stichtag 31. Dezember 2003 insgesamt 590 Asylbewerber. Bezogen auf die Zahl der Einwohner waren das mehr als im Landesdurchschnitt. Das geht aus den Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Schwerin hervor.

Insgesamt lebten in Mecklenburg-Vorpommern im Dezember des vergangenen Jahres rund 5800 Asylbewerber. Im Jahr 1999 waren es noch 1000 mehr gewesen. Seitdem jedoch sinkt die Zahl der Asylbewerber stetig. Das bedeutet: Von je 10.000 Einwohnern waren letzten Winter 33,2 Flüchtlinge. Im Kreis Ludwigslust lag diese Zahl bei 45,0. Bezogen auf die Zahl der Einwohner lebten im Kreis Demmin am meisten Asylbewerber im ganzen Land (46), es folgten Greifswald (45,9) und der Kreis Ludwigslust. Am wenigsten waren es in der Landeshauptstadt (14,7) und in Rostock (19,7).

Mehr als ein Drittel der Flüchtlinge stammte aus Europa. Und hier vor allem aus Serbien und Montenegro.

Etwa jeder achte kam aus der Türkei. Ungefähr jeder fünfte Flüchtling kam aus Afrika nach Mecklenburg-Vorpommern. Aus Asien stammten 40 Prozent aller Asylsuchenden, davon aus Vietnam sechs Prozent, teilt das Statistische Landesamt mit.

Aus Angst vor Krieg, Unterdrückung und Verfolgung verlassen in der Regel Männer ihre Heimatländer. Sie kommen allein, ohne ihre Familien. Im Kreis Ludwigslust lebten im Dezember vergangenen Jahres 376 männliche Asylbewerber, das waren 63,7 Prozent der Flüchtlinge, aber nur 214 Frauen. Die meisten Asylbewerber sind noch jung. So waren von den knapp 5800 Flüchtlingen im Land 1637 unter 18 Jahre alt, 3417 waren zwischen 18 und 40 Jahre alt und nur 733 waren älter als 40. Das Durchschnittsalter betrug 25,5 Jahre.

Rund zwei Drittel der Asylsuchenden verfügten über eine Aufenthaltsgestattung, 17 Prozent waren geduldet, elf Prozent lebten als Familienangehörige hier und die übrigen, nämlich 592 Menschen, waren zur Ausreise verpflichtet worden. gen, die das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge im vergangenen Jahr fällte, fielen nur 1,6 Prozent zu Gunsten des Antragstellers aus. In 1,7 Prozent der Fälle wurde ein Abschiebeschutz ausgesprochen. Das geht aus den Angaben des Bundesinnenministeriums hervor.

Übrigens: Die reinen Ausgaben für Leistungen an Asylbewerber beliefen sich für Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2003 nach Angaben des Statistischen Landesamtes auf rund 31 Millionen Euro. Das waren rund zweieinhalb Millionen Euro weniger als 1999, als die Zahlungen einen Höchststand erreichten. In der Regel wird der Unterhalt der Flüchtlinge in Sachleistungen und Wertgutscheinen sicher gestellt. Nur in Einzelfällen werden Geldleistungen gewährt. Seit dem Asylkompromiss 1993 ist die Zahl der Asylbewerber kontinuierlich zurückgegangen. Besonders wenige Neu-Anträge gab es im vergangenen Jahr.

Bundesweit stellten nur rund 50500 Flüchtlinge einen Antrag auf Asyl. Das ist nach Aussage von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) die niedrigste Zahl seit 1984.

Dietgard Oberst

Schweriner Volkszeitung-Hagenow

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