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29.11.2004
Auf Entdeckung mit fremden Nationen - Zweite Nacht der Kulturen im Rostocker Rathaus


Im Rostocker Rathaus feierten in der Nacht zum Sonntag 3000 Schaulustige die Begegnung mit fremden Kulturen.

Dem rhythmischen Kommando "Links, rechts, links" vom Drehleierspieler folgten acht Augen- und Fußpaare. "Der französische Bourrée stammt aus dem Frühbarock, dessen Sinn es war, unmittelbar dicht beieinander zu tanzen, ohne sich dabei zu berühren. Man beobachtet sich nur", ergänzt das Mitglied der dreiköpfigen Band "Bilwesz", welcher zusammen mit Sackpfeife und Hakenharfe vollständig musiziert.

"Sich beobachten" und "auf Entdeckungsreise gehen" hatte nur wenige Minuten zuvor Assion Akuetey-Akue, Mitglied des Ausländerbeirates Rostocks, gefordert und so die zweite "Nacht der Kulturen" am Sonnabend in der Hansestadt eröffnet. Auf vier Etagen des Rathauses ermöglichten Informationsstände und Vorführungen das Kennenlernen ferner Nationen und ihrer faszinierenden Eigenarten: Da reichten vier russische Damen in weißen Spitzenblusen und weinroten Kleidern süße Pfannkuchen (Blini) oder deftige, mit Fleisch gefüllte Teigtaschen (Belaschi) zum Verkosten. Da gaben die Mädchen und Jungen der Carl-Orff-Musikschule unter dem Namen "Eguana" Hörproben irischer Volksweisen.

Es erscheint sinnlos, alle Veranstalter oder Programmpunkte aufzuzählen, so reich präsentierte sich das ruhige Ambiente in den Räumen zwischen Ratskeller und dem barocken Festsaal. Jeder allein setzte seine persönlichen Höhepunkte, so wie auch Britta Volle, Vorsitzende von Bunt statt braun. "Ich bin besonders neugierig auf die Ecke Lateinamerikas", lüftet sie ihr kleines Geheimnis. "Der mahnende Charakter der Veranstaltung sollte eher in den Hintergrund rücken und mehr Fröhlichkeit und Leichtigkeit im Umgang mit fremden Kulturen entstehen", erklärt Britta Volle zur Idee des Abends und bedankt sich bei ihren 80 freiwilligen Helfern.

Harriet Oerkwitz

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