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26.11.2004
"Bilder im Kopf, die unser Handeln leiten" - Ausstellung "Labyrinth X" kam an und hinterließ ihre Spuren in Ludwigslust
Bereits seit dem Frühjahr 2003 ist ZEBEF e.V. Träger der Ausstellung "Labyrinth X". Die seit lange über einem Jahr
laufende Arbeit für eine Ausstellung dieser Art trägt erstmals Früchte. Katrin Schulz, Leiterin des Bereiches Bildung ZEBEF e.V., beurteilt die Resonanz positiv.
Viele Schulklassen aus Ludwigslust, vom Fachgymnasium der Beruflichen Schule, der Lenné-Schule sowie mehrere Besucher aus der Stadt und natürlich auch Schüler, die sich aktiv an den Projekten beteiligt haben, sind zu der Ausstellung gekommen. Es zeigt sich, dass besonders bei Jugendlichen der Titelsong der Band "Drank Milk" "Kulturbanause" begeistert. Auch die Plastiken im Spiegelraum, die Projekte sowie die Fotos sprechen an. Die langen Texttafeln können nicht viele der überwiegend jungen Besucher beeindrucken.
Die Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus und Ausgrenzung soll auf unterschiedliche Art und Weise geschehen.
Ziel ist besonders die kreative Umsetzung, was durchaus gelungen ist. Fotos und Plastiken führen oft zu Irritationen, da unter ihnen keine Erklärungen angebracht sind. "Dies ist allerdings beabsichtigt", erklärt Katrin Schulz, die neben der Mitwirkung bei der Vorbereitung der Ausstellung auch die Führung der Besucher durch das Labyrinth übernommen hat. Sie sollen Aufmerksamkeit herstellen. Entscheidend sind die Bilder im Kopf, die in uns entstehen und unser Handeln leiten.
"Das Phänomen des Rassismus kann schließlich auch nur dadurch fortexistieren, dass wir diese eigenen Bilder nicht hinterfragen", so Frau Schulz. Bei Nachfragen werden diese Irritationen gerne aufgenommen, denn es sollen Gespräche und Diskussionen entstehen.
Was mich, abgesehen von einer wirklich sehr anderen und gelungen Umsetzung, sehr an der Ausstellung "Labyrinth X" beeindruckt, sind die Eintragungen in das Gästebuch von den Jugendlichen. Viele sind begeistert, und viele schreiben, diese Ausstellung würde sehr nachdenklich machen.
Auch wenn bei der Eröffnung der Ausstellung in den Reden Erwachsener erwähnt wird, dass Bildung nicht nur ein Privileg der Jugend sei, und das Leben aus ständigem Lernen bestehe, wird doch gerade hier deutlich, wie wichtig es ist, unsere Generation nachdenklich zu stimmen bzw. zum Handeln zu bewegen. Immerhin wird uns gepredigt, wir seien die Zukunft.
Ich denke, allein diese Einträge in das Gästebuch des "Labyrinth X" sind das größte Lob, was eine Ausstellung dieser Art bekommen kann.
Johanna Görn
Schweriner Volkszeitung-Ludwigslust
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