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28.11.2003
Ausländer und das Thema Gewalt - SVZ-Gespräch in der Anti-Gewalt-Woche mit Francisco Mucauque

Güstrow. Die Woche gegen Gewalt geht zu Ende (wir berichteten). Gewalt wurde in verschiedene Richtungen beleuchtet. Wie er das Thema Gewalt zu Ausländern in Güstrow einschätzt, wollten wir von Francisco Mucauque, der seit 1995 wieder in Güstrow ist, aber auch die DDR erlebt hat, wissen.

Wie sind Sie nach Güstrow gekommen?

Francisco Mucauque: Ich habe in Mozambik Lehrer für Allgemeintechnik studiert. Um mein Studium zu beenden, bin ich 1988 in die damalige DDR gekommen. An der Pädagogischen Hochschule Güstrow habe ich einige Jahre studiert. Zwischenzeitlich bin ich nach Afrika zurückgegangen. 1995 kam ich wieder hierher, um zu promovieren. Ich hoffe, dass ich das im nächsten Jahr schaffe. 1995 heiratete ich auch Gudrun, eine deutsche Frau.

Haben Sie in Güstrow irgendwann schon einmal körperliche Gewalt kennen gelernt?

Francisco Mucauque: Gott sei Dank habe ich noch keine schlechten Erfahrungen in Güstrow gemacht. Und mir ist auch nichts in dieser Richtung bekannt. Es gab, was ich weiß, höchstens bei einer Disco mal tätliche Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Spätaussiedlern.

SVZ: Wie sieht es mit psychischer Gewalt aus?

Francisco Mucauque: Die gibt es schon häufiger.

SVZ: Warum?

Francisco Mucauque: Viele, besonders Afrikaner, kommen mit ganz anderen Vorstellungen hierher. Jeder muss sich aber fragen, warum und wie er in Deutschland leben will. Und ich muss im Kopf wissen, dass ich wirklich bleiben will. Da gilt es vor allem die deutsche Sprache zu lernen, sich teilweise anzupassen, aber auch Kompromisse zu finden.

SVZ: Sie arbeiten in Rostock im Verein "Dien-Hong". Welche Ratschläge geben Sie Schülern, die Probleme mit Gewalt haben?

Francisco Mucauque: Schüler, deutsche wie ausländische, trauen sich oft nicht das zu sagen, was sie denken. Bei manchem ist es das Sprachproblem oder auch die Angst, etwas Falsches zu sagen. Wir versuchen zu vermitteln, beide Gruppen zusammen zu führen. Leider bekommen wir oftmals wenig Unterstützung der Lehrer.

SVZ: Haben Sie einen besonderen Wunsch?

Francisco Mucauque: Ich bin Diplom-Lehrer, darf aber meinen Beruf in Deutschland nicht ausüben. Es würde mich sehr stolz machen, in einer deutschen Schule unterrichten zu dürfen. Doch bisher habe ich lediglich Ablehnungen erhalten.

Gespräch: Sieglinde Seidel

Schweriner Volkszeitung-Güstrow

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