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22.11.2003
Asylthema erst mal auf Eis - OZ-Nachfragen zu leer stehenden Immobilien unserer Region

Was geschieht mit leer stehenden Immobilien, die sich im Eigentum der Kreise und Kommunen befinden? OZ fragte in vier Fällen nach, auch zum einstigen Senioren-zentrum "Uns Hüsung".

Grimmen. Die ehemalige Rakower Schule war eines der ersten "Opfer" der Kreisschulplanung, die voriges Jahr beschlossen wurde. Die 1902 errichtete Schule steht leer. Das Gebäude der Grundschule wird von mehreren einheimischen Vereinen genutzt, etwa der Interessengruppe Historie. Gerade jetzt ist das Gebäude für die Vereinsnutzung besonders wertvoll, da schräg gegenüber der Rakower Saal umgebaut wird. Für das ehemalige Hauptschulgebäude sucht die Gemeinde einen Interessenten. "Wir bemühen uns um einen Verkauf, sprechen gezielt Personen an. Wenn wir keinen Käufer finden, kommt auch ein Abriss in Frage", meint Bürgermeister Ralf Drescher.

Mit dem Weinert-Standort hat auch Grimmen eine leer stehende Schule. Im sogenannten Fachtrakt sind - zum Beispiel mit Stadtchor und Dekra - bereits Nutzer eingezogen. Vom kleinen ins große Schulgebäude soll der Jugendklub umziehen, erläutert Stadtrat Ingo Belka zu dem aus drei Gebäuden bestehenden Komplex.

Das Obdachlosenhem in Reinkenhagen - Eigentum der Gemeinde - ist schon seit April dieses Jahres geschlossen. Seine wenigen Bewohner haben eigene Wohnungen erhalten. Die Gemeinde wollte den leer stehenden Container verkaufen, hat ihn auch Vereinen zur Nutzung angeboten. Doch es gab bisher keinen Interessenten. "Wenn sich weiterhin keiner findet, müssen wir die Unterkunft selbst entsorgen", sagt Bürgermeister Helmut Krüger.

Der Landkreis Nordvorpommern hat mit dem seit Sommer leer gezogenen ehemaligen Seniorenheim "Uns Hüsung" ebenfalls eine große Immobilie in seinem Bestand, deren künftige Nutzung völlig offen ist. In diesem Zusammenhang fragten wir im Landratsamt nach, was aus der Idee geworden ist, dort konzentriert Asylbewerber aus den kleineren Heimen des Kreises unterzubringen. Die Vor-Ort-Besichtigung ergab, dass das ohne größere Umbauten nicht möglich sei, sagt Pressesprecher Olaf Manzke. Das heißt, es müsste erst eine Planung gemacht werden, um die Kosten abschätzen zu können. Aber auch eine Planung kostet Geld. Das Landratsamt fragte in Schwerin nach, wie es mit Fördermitteln aussieht. Wenn tatsächlich ein Asylbewerberheim entsteht, könnten die Kosten erstattet werden, so die Aussage aus dem Innenministerium. Im Klartext: Legt erst mal das Geld aus, hinterher können wir darüber reden, ob wir euch was geben können. Aus Sicht des Kreises ein Risikofaktor. Außerdem hat Nordvorpommern auch das Geld nicht, um eine Planung vorzufinanzieren, informiert Olaf Manzke auf OZ-Nachfrage. Im Haushaltsentwurf für 2004 taucht das Thema daher nicht auf. Fassen wir den Stand zum Thema Asylbewerberheim zusammen: Still ruht der See, der Kreis sieht keinen akuten Handlungsbedarf.

CHRISTINE DRABSCH und PETER SCHLAG

Ostseezeitung-Grimmen

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